8ung Kultur

14. Innsbrucker Prosafestival 21. bis 23. April 2016

Der Andrang war groß, als Innsbruck gestern gegen 20.00 Uhr zum Literaturhotspot erklärt wurde. Neben den üblichen Verdächtigen fanden sich Fans der ungebundenen Sprache zahlreich in der Stadtbücherei ein, um sich von den ersten 4 der insgesamt 12 geladenen Autor_innen durch den Abend lesen zu lassen.

prosafestival_ibk

prosafestival.wordpress.com

An drei Tagen werden sie an unterschiedlichen Orten in Innsbruck ihre aktuellen Werke vorstellen. Altersgrenzen, Geschmackspräferenzen oder Verlagsprovenienzen sind dabei nicht ausschlaggebend, vielmehr die Qualität der Texte, gepaart mit der Qualität, diese trefflich präsentieren zu können.

Den Auftakt machte Mirko Bonné. Übersetzer, Lyriker, Essayist und Romancier. Seine Erzählungen muteten akademisch an, der Inhalt erdete um so gekonnter. Worte zwischen Aufbruch und Aufprall. Ganz, wie es sich für Suchende gehört, die sich in ihrer Sehnsucht verorten.

Christian Uetz, Schriftsteller und Slam-Poet, legte kurz darauf eine Performance hin, die angesichts des Psychogramms seines nachgezeichneten Protagonisten zum Lachen zwang, um nicht in Tränen ausbrechen zu müssen. Textgewitter in Person.

Abbas Khider, Regimegegner, politisch Gefangener im Irak, Flüchtling, Zeitungsleser, literarisch versierter Behördenkenner und der Sympathieträger des gestrigen Abends, rundete die Auftaktveranstaltung mit einer Ohrfeige ab, die nicht nur die Relevanz frei erfundener Lebensläufe hervorhob, sondern ehrlich saß.

Nur Ronja von Rönne, die wohl in Luxemburg hängengeblieben war, machte ihre Drohung, zu kommen, nicht wahr. Wer Fragen an sie hatte, konnte sich aber getrost an Markus Köhle wenden, der neben Robert Renk gekonnt durch den Abend moderierte und, wie er hervorhob, viel von ihr gelesen habe.

Weitere Termine

Freitag, 22. April 2016, 20.00 Uhr – Freies Theater Innsbruck

Samstag, 23. April 2016, 20.00 Uhr – vier und einzig